Über Takumi Angeln
Meine Liebe zum Angeln begann schon früh. Schon als Sechsjähriger stand ich am Wasser. Diese Leidenschaft habe ich von meinem Vater und seinem besten Freund geerbt. Sie nahmen mich und meinen besten Freund mit und lehrten uns nicht nur, wie man einen Fisch fängt, sondern vor allem, wie man das Wasser „liest“. Zu verstehen, wo sich der Fisch aufhält, warum er dort ist und wie man ihn zu einem Biss verführen kann.
In meiner Jugend drehte sich vieles um das Karpfenangeln. Nicht statisch, sondern aktiv mit der Pose an Gräben, Kanälen und kleinen Teichen umherstreifen. Nach der Schule packte ich meine Rute und zog mit meinem besten Freund durch die Gegend, auf der Suche nach Karpfen. Stundenlang liefen wir am Wasser entlang. Beobachten, nachdenken und auf das reagieren, was unter der Oberfläche geschah. Dieses Spiel zwischen Fisch und Angler machte es für mich so besonders.
Von unseren Vätern bekamen wir schon bald Ruten, über die man heute fast nostalgisch spricht: Glasruten von Casting Corner und Ruten von Jack Hilton. Damit lernten wir, am Limit zu angeln. So leichtes Material wie möglich zu verwenden, aber dennoch genug Kontrolle zu behalten, um einen starken Fisch landen zu können. Gerade an diesem Limit liegt für mich die schönste Form des Angelns. Jeder Biss fühlt sich intensiver an und jede Bewegung des Fisches überträgt sich direkt auf die Rute. Bis heute besitze ich noch eine alte Casting Corner Glasrute.
Im Winter änderte sich unsere Angelei. Dann packten wir die Spinnruten aus und suchten nach Hechten und Barschen. Mit leichten Ruten streiften wir an Gräben, Brücken und kleinen Gewässern entlang. Meinen ersten Meterhecht fing ich mit zehn Jahren, aber ehrlich gesagt bereitete mir ein schöner Barsch an leichtem Gerät mindestens genauso viel Freude. Mit kleinen Twistern angelten wir an Flüssen und Kanälen, und manchmal brachte das wunderschöne Barsche von weit über vierzig Zentimetern hervor. Jeder Zupfer an der Rute wurde registriert, und die Ruhe des Wassers machte den Moment perfekt.
Später kam ich auch mit Finesse-Techniken wie dem Carolina Rig, Dropshot, Tube-Angeln und später auch dem Ned Rig in Berührung. Techniken, bei denen Gefühl, Kontrolle und Präzision im Mittelpunkt stehen. Dabei entdeckte ich auch die Welt der japanischen Ruten. Ruten, die von Handwerkern gebaut wurden, die verstehen, wie ein Blank reagieren muss und wie eine Rute Informationen an den Angler weitergeben muss.
Von diesem Moment an änderte sich meine Sicht auf das Material. Eine Rute ist kein einfaches Werkzeug, sondern eine Verlängerung des Anglers. Mit hochwertigen japanischen Ruten spürt man den Unterschied zwischen einem Biss, den man spürt, und jedem Biss, den man registriert. Zwischen einfachem Angeln und dem intensiven Erleben dessen, was unter Wasser passiert.
Dieses Erlebnis bildet die Grundlage von Takumi Fishing. Das japanische Wort Takumi steht für meisterliche Handwerkskunst und Hingabe zur Perfektion. Genau das spricht mich an dem Material an, das ich verwende und anbiete.
Eine gute Rute oder Rolle kauft man nämlich nicht für eine Saison. Man kauft sie für Jahre, manchmal sogar für ein ganzes Leben. So wie die alte Glasrute aus meiner Jugend noch immer existiert, glaube ich, dass gutes Material Teil der Geschichte eines Anglers wird.
Und letztendlich ist das für mich der Kern des Angelns. Nicht nur der Fisch, sondern alles drumherum.
